FAQ

In dem Webinar „Tablets im Unterricht – von der Idee bis zum Einsatz“ sind aufgrund meiner begrenzten Zeit und auch aufgrund terminlicher Zwänge, die es manchen Teilnehmern erst ermöglichten, sich zu einem späteren Zeitpunkt dazuzuschalten, noch einige im Chat gestellte Fragen offen geblieben bzw. konnten manche Aspekte nur im Ansatz thematisiert werden. Daher möchte ich an dieser Stelle diese Punkte nochmals aufgreifen.

Wahl des Modells

Zum Zeitpunkt der Anschaffung besaßen bereits sehr viele Kollegen ein Tablet, wobei es sich mit einer Ausnahme ausschließlich um iPads handelte. Daher empfanden wir es als sinnvoll, das Modell anzuschaffen, mit dem Kollegen bereits vertraut waren. Des Weiteren gab es zu dem damaligen Zeitpunkt z.B. noch keine wirklichen Alternativen zu dem Configurator, der uns die Konfiguration und Betreuung der Geräte sehr erleichtert und dem Apple TV, das uns auch in Präsentationsphasen Mobilität ermöglicht. Mittlerweile gibt es auch vergleichbare Angebote für andere Systeme. Da wir jedoch mit den iPads zufrieden sind, gibt es keinen Grund für einen Wechsel, was jedoch nicht bedeutet, dass im Falle einer anderen Entwicklung nicht auch bei Neuanschaffungen auf alternative Modelle umgestiegen werden kann. Jede Schule muss selbst entscheiden, wo die Schwerpunkte in der Arbeit mit Tablets liegen und welches dafür das geeignete Modell ist. Ziel des Webinars war es, ein mögliches Konzept vorzustellen, das jedoch, und das habe ich auch für andere Bereiche wie z.B. schuleigene Geräte vs. BYOD betont, passgenau für unsere Schule war und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben kann und will.

Verfügbarkeit der Tablets

In unserer Schule, an der zurzeit 51 Lehrpersonen ca. 630 Schülerinnen und Schüler unterrichten, stehen 20 Tablets zur Verfügung, die im Unterricht eingesetzt werden können. Da die Aktivitäten in der Regel für Partner- oder Gruppenarbeit konzipiert sind, können in den meisten Fällen mindestens zwei Klassen / Kurse parallel mit den Tablets arbeiten, was bisher zu keinen Engpässen geführt hat.

Ausstattung und Anschaffungskosten

Für den Beginn unserer Arbeit wurden 20 iPads, ein MacBook zur Verwaltung der Tablets, eine AirPort Extreme Basisstation für den WLAN-Zugang, ein VGA-Adapter für den direkten Anschluss eines iPads an einen Beamer, zwei Transportboxen und 2 Laderacks angeschafft. Damit konnte bereits sinnvoll gearbeitet werden. Die Kosten sind bei Händlern verhandelbar.

Im Laufe der Zeit kamen dann noch hinzu:

ein AppleTV einschließlich VGA-Adapter für die Verbindung mit einem Beamer, der noch über einen  VGA-Anschluss verfügt

3 weitere AirPort Extreme Basisstationen, die fest installiert wurden, um jederzeit im Schulgebäude Zugang zum WLAN zu haben (die Anzahl der benötigten Basisstationen hängt vom Gebäude ab, unser Schulgebäude hat 4 Stockwerke und dicke Mauern)

Insgesamt liegen die Anschaffungskosten weit unter denen für die Einrichtung eines weiteren Computerraums.

Supportkosten

Da die Geräte einfach in der Verwaltung und auch nicht reparaturanfällig sind, ist keine Wartung durch externe Anbieter nötig ist. Es fallen somit keine Supportkosten an.

Akzeptanz im Kollegium

Der Einsatz der iPads ist eine von vielen Optionen. Es stehen des Weiteren u.a. Medien wie PCs, Notebooks, ein interaktives Whiteboard, Overheadprojektoren, Visualizer, DVD-Player, mp3-Player und CD-Player zur Verfügung. Jeder Kollege hat damit die Wahl, das für seine Unterrichtszwecke geeignete Medium einzusetzen, wobei in der Regel nicht ausschließlich mit einem Medium im Laufe einer Unterrichtsreihe gearbeitet wird. Da  kein Zwang besteht, Tablets im Unterricht einzusetzen, gab es keinen Widerstand gegen eine Anschaffung.

Implementierung der Arbeit mit Tablets im Kollegium

Um es jedem Kollegen zu ermöglichen, bei Interesse die Geräte zu nutzen, habe ich vor dem Einsatz der Tablets eine interne Fortbildung angeboten (Präsentation). Informationstreffen sollten jedoch kontinuierlich auf freiwilliger Basis fortgesetzt werden. Eine gute Möglichkeit der Information fand ich auch die Einrichtung dieses Blogs. Hier kann die Arbeit schnell dokumentiert und allen zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren stehe ich den Kollegen jederzeit für individuelle Fragen und Anregungen zur Verfügung. Es ist wichtig, dass im Kollegium mindestens ein Ansprechpartner vorhanden ist. Vor dem Einsatz der Tablets hatte jeder Kollege zudem die Möglichkeit, Wünsche für Apps zu äußern, so dass zum Start der Arbeit mit den Geräten jeder über eine für ihn sinnvolle Arbeitsumgebung verfügte. Es können auch weiterhin jederzeit Wünsche zu Apps und Einstellungen geäußert werden.

Kauf von Apps

Für den Kauf bzw. die Installation der Apps wurde ein Schulaccount eingerichtet und eine Kreditkarte beantragt. Dies organisiert eine Kollegin, die Mitglied der Schulleitung ist und daher Zugang zu allen Passwörtern und einen Überblick über das zur Verfügung stehende Budget hat. Für den Kauf von Apps über den AppStore sollte man das Volumenlizenz-Programm nutzen, da es die Rechte für die Verwendung der Apps auch im schulischen Bereich erteilt und es einen Preisvorteil für den Kauf einer App für mehrere Geräte gibt.

Registrierung für Apps und Webanwendungen

Da wir uns für das Modell der schuleigenen Tablets entschieden haben, registrieren wir die Geräte und kein Schüler ist verpflichtet, seine Daten einzugeben. Dafür wurde für jedes iPad ein eigener E-Mail-Account eingerichtet. Die Geräte speichern die Zugangsdaten und die Anwendungen können direkt ohne nochmalige Eingabe der Daten genutzt werden.

Speicherort

Die Ergebnisse werden zunächst in den entsprechenden Apps bzw. Webanwendungen gespeichert. Die Schülerinnen und Schüler können sich ihre Ergebnisse auch als Nachricht oder per Mail zuschicken. Ich stelle die Ergebnisse danach in das Schulnetz, so dass alles an einem zentralen Ort zur Verfügung steht. Haben die Schülerinnen und Schüler keinen Arbeitsbereich im Schulnetz, kann man auch auf kostenlose Plattformen wie Moodle oder Lo-Net zurückgreifen, die ebenfalls mit mobilen Endgeräten aufrufbar sind.

Tastatur

Die Schülerinnen und Schüler verwenden die vorgesehene Tastatur und kommen damit sehr gut auch bei längeren Textproduktionen zurecht. Eine externe Tastatur ist daher nicht nötig. Tastaturen anderer Länder können über das Einstellungsmenü hinzugefügt werden, so dass die Autokorrektur für die jeweils gewählte Sprache und die entsprechenden Sonderzeichen zur Verfügung stehen.

Laden der Geräte

Ein Kollege und ich überprüfen am Ende des Tages die verbleibende Akkulaufzeit und schieben bei Bedarf die Geräte in die Laderacks. Das dauert max. 5 Minuten. Außerhalb der Ladezeiten befinden sich die Tablets immer in den Transportboxen.

Klassen- bzw. Kursarbeiten mit Tablets

Dieses Thema interessiert mich schon seit längerer Zeit und ich arbeite an Umsetzungsmöglichkeiten. Diese Arbeitsweise ermöglicht, neben Fachkompetenzen auch Medien- und Methodenkompetenz in der Leistungsmessung zu evaluieren. Schülerinnen und Schüler könnten zeigen, dass sie gezielt recherchieren und die gefundenen Ergebnisse sinnvoll in die Bearbeitung der Aufgabe integrieren können. Dabei ginge es auch darum, die fehlende Eigenleistung bei reinem Copy & Paste zu thematisieren.

Die Aufgabenstellung müsste so konzipiert sein, dass die Schülerinnen und Schüler Informationen recherchieren dürfen und Hilfsmittel wie Wörterbücher und Formelsammlungen zugelassen sind, was im zweiten Fall bei analogem Arbeiten bereits erlaubt ist. Das bedeutet, dass das Thema so gestellt sein muss, dass die Schülerinnen und Schüler Informationen, die man z.B. im Internet dazu findet, reorganisieren und bewerten müssen. Dies verhindert auch die reine Übernahme von bestehenden Quellen.

Für eine Umsetzung des Konzepts müssen noch Fragen wie die Eingabezeit bei Tablets vs. Zeitaufwand bei handschriftlicher Anfertigung geprüft werden. Ich habe jedoch bereits Wikis oder Präsentationen benotet und als weitere Lernleistung gewertet.

Tablets und Webanwendungen

Webanwendungen können auch an einem PC genutzt werden. Der Vorteil der Tablets liegt jedoch darin, dass der Einsatz auch für kurze Arbeitsphasen geeignet ist. Ich nutze z.B. gerne Spiele-Apps von LearningApps als Unterrichtseinstieg in einer Phase, die tlw. nur 3 bis 5 Minuten beansprucht. Dafür lohnt es sich nicht, den Computerraum zu reservieren, mit einer Lerngruppe von z.B. 30 Schülerinnen und Schülern in einer kurzen Pause den Saal zu wechseln und das Hoch- und Runterfahren eines Rechners abzuwarten. Da die Tablets leicht zu transportieren sind und mit Drücken des Home-Buttons direkt alle Funktionen zur Verfügung stehen, gibt es keine störenden Unterbrechungen im Unterrichtsverlauf.

Spracheinstellungen

Suchergebnisse lassen sich auch mit einem Tablet nach Sprachen filtern, da Browserapps wie Safari in den Funktionen identisch sind mit den Browsern an einem PC. Viele Apps sind in mehreren Sprachen erstellt, so dass man auch hier die gewünschte Sprache einstellen kann. Die Oberflächensprache sowie die Tastatur des iPads lassen sich wie unter dem Punkt Tastatur beschrieben auch länderspezifisch einstellen.

Unterrichtsbeispiele

Arbeitsteilige Gruppenarbeit mit GroupZap

Dialektische Erörterungen mit Etherpad

Edutainment

Fußball – spielerische Partnerbfrage mit Wettbewerbscharakter

Individualisiertes Lernen mit Tablets

Kooperatives Arbeiten mit Google Drive

Mit dem Tablet ins Internet

Online-Umfragen erstellen (mittlerweile kann man dafür auch die Formulare in Google Drive nutzen)

Pferderennen – spielerische Abfrage mit Wettbewerbscharakter

Projektbasiertes Lernen mit Tablets

Sicherung von Gruppenarbeitsergebnissen mit Tablets

Spreadsheets für eine zeitökonomische Themenvergabe

Twitter im Fremdsprachenunterricht

Wortwolken im Fremdsprachenunterricht (für iPads gibt es z.B. die App CloudArt)

 

Tablets im Unterricht – von der Idee bis zum Einsatz

Mobile Computing spielt im Freizeitbereich eine große Rolle, sollte aber nicht auf diesen beschränkt werden. Mobile Endgeräte wie Tablets fördern sinnvoll eingesetzt Lernprozesse. Die folgende Übersicht, die als Begleitmaterial zu dem gleichnamigen Webinar entstand, thematisiert daher folgende Aspekte:
• Argumente für den Einsatz von Tablets im Unterricht
• Anschaffung der Geräte
• Einrichtung der Geräte
• Verwaltung der Geräte
• mögliche didaktische Konzepte

Das Webinar fand am 03.04.2014 statt im Rahmen einer von Jürgen Wagner vom Landesinstitut des Saarlandes für Pädagogik und Medien organisierten Online-Fortbildungsreihe (nicht nur) für Fremdsprachenlehrer.

Präsentation

Projektbasiertes Lernen mit Tablets

Charakteristika

Charakteristika

Vorteile der Tablets

Durch die Medienkonvergenz aus Ton, Text und Bild und durch App Smashing (Nutzung mehrerer Apps zur Erstellung eines Dokumentes) können Produkte verschiedener Art unter Verwendung nur eines Geräts entstehen.

Die folgenden Möglichkeiten können teils als Projekt teils als Baustein eines Projektes eingesetzt werden.

Produktorientiertes Projekt

Mögliche Produkte

Produkt

Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten

App

LearningApps

Beispiel:

Lernbausteine und Spiele zu thematischen Einheiten für Mitschülerinnen und Mitschüler erstellen

Blog

WordPress

Beispiele:

  • Imaginäres Tagebuch einer literarischen oder historischen Figur
  • Projektplanung und -dokumentation
  • Reisebericht
  • Social Reading

Comic, Fotoroman

Beispiele:

  • Biographie historischer oder literarischer Figuren
  • Comic- bzw. Fotoroman-Adaption eines literarischen oder eines Lehrwerktextes
  • Darstellung eines historischen Ereignisses
  • Präsentation einer Stadt, einer Region oder eines Landes

E-Book

Beispiele:

  • Begleitmaterialien zu einer literarischen Ganzschrift
  • Erarbeitung einer thematischen Einheit
  • Erstellung eines Bildwörterbuchs
  • Vorbereitung oder Dokumentation einer Lehrfahrt

E-Zine

Flowboard

Beispiele:

  • Begleitheft zu einer literarischen Ganzschrift
  • Dokumentation oder Vorbereitung eines Unterrichtsgangs bzw. einer Lehrfahrt
  • Präsentation landeskundlicher oder historischer Aspekte

Facebook-Seite

Facebook-Seitenmanager

Beispiele:

Film

Beispiele:

  • Darstellung einer Alltagssituation
  • Inszenierung eines literarischen oder Lehrwerktextes
  • Poetry Clips
  • Visualisierung eines Begriffes

Hörspiel, Podcast

Beispiele:

  • Erstellen eines Hörspiels zu einem vorgegebenen Thema
  • Dialoge zu Alltagsthemen
  • Informationen zu einem landeskundlichen bzw. gesellschaftlichen Thema
  • Präsentation der eigenen Person
  • Umwandlung eines literarischen oder Lehrwerktextes in ein Hörspiel

Infografik

Keynote

Beispiele:

  • Infografiken zu einer literarischen Ganzschrift – Charakterisierungen, Visualisierung von Handlungsabläufen, Situationen, Beziehungen
  • Visualisierung der Information aus Sachtexten zu einem Themenbereich

Karte

tripline

Beispiele:

  • Darstellung von Handlungsorten einer literarischen Ganzschrift
  • Darstellung von Reisen von Entdeckern oder anderen bekannten Persönlichkeiten
  • Präsentation eines Ortes
  • Vorbereitung einer Lehrfahrt

Plakat, Poster

Beispiele:

  • Darstellung eines Ereignisses
  • Entwurf eines Buchdeckels zu einem literarischen Werk
  • Entwurf eines Kinoplakats zu einem Film oder einer möglichen Verfilmung eines literarischen Werks
  • Präsentation der eigenen Person oder bekannter Persönlichkeiten
  • Präsentation eines Ortes

Präsentation

Beispiel:

Erarbeitung einer thematischen Einheit

Sketchnotes

Adobe Ideas

Beispiele:

  • Visualisierung von Handlungsabläufen oder eines Beziehungsgeflechts in literarischen Ganzschriften
  • Visualisierung der Projektphasen

Wiki

ZumWiki

Beispiele:

  • Erarbeitung einer thematischen Einheit
  • Projektplanung und -dokumentation

 

Questkonzept

Questkonzept

QR-Rallye

Qrafter

Rallye

Actionbound

Virtuelle Lerntheke

Moodle

Webquest

Webquest Creator

 

 

P@ducation – mobiles Lernen macht Schule

In der Übersicht wird in einem ersten Teil kurz darüber informiert, inwiefern die Arbeit mit Tablets im schulischen Kontext aus organisatorischen sowie aus didaktisch-methodischen Gründen sinnvoll ist. In einem zweiten Teil werden Tablet-basierte Lernszenarien und Einsatzmöglichkeiten von Apps und Webtools aufgezeigt.

Präsentation

Warum Tablets im Unterricht?

Didaktische Relevanz

Studien belegen, dass Tablet Computing zur Schlüsselkompetenz wird und daher auch in den schulischen Alltag integriert werden sollte.

Horizon Report 2013

Der Horizon Report ist eine internationale Studie, in der Technologietrends in Bezug auf ihren Einfluss auf den Bildungsbereich untersucht werden. Er zählt weltweit zu den aktuellsten und angesehensten Informationsquellen bezüglich der Verwendung neuer Technologien im Bildungsbereich. In der Ausgabe von 2013 bildet Tablet Computing eine eigene von sechs Kategorien. Als Zeitfenster der Etablierung ist ein Jahr oder auch ein kürzerer Zeitraum vorgesehen, was die Dringlichkeit zeigt, Schüler in diesem Bereich kompetent zu machen.

JIM Studie 2012

Die JIM Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, die den Medienumgang von Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren untersucht, belegt, dass die Nutzung von Tablets stark zunimmt und mittlerweile bereits über der Nutzung von MP3-Playern liegt.

BITKOM

In dem Bildungspolitischen Grundsatzpapier des BITKOM (Bundesverband Informationswissenschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) aus dem Jahr 2011 wird eine Umfrage unter Schülern zum Einsatz von digitalen Lernmaterialien und der Nutzung webgestützter Kommunikation dokumentiert. Das Ergebnis zeigt, dass 92 % der Schüler der Meinung sind, dass elektronische Medien den Unterricht interessanter machen. Überdies wünschen sich 84 %, dass elektronische Medien stärker eingesetzt werden und 97 % geben an, dass elektronische Medien zum besseren Verständnis der Lerninhalte beitragen.

Die BITKOM-Trendumfrage aus dem Jahr 2013 zeigt, dass Cloudcomputing und Mobile Computing die Spitzengruppe anführen.

Organisatorische Vorteile gegenüber dem Computerraum

Der Blickkontakt der Schüler untereinander und auch zur Lehrperson wird nicht durch einen Bildschirm behindert.

Schüler können auch in Gruppen zusammenarbeiten, was in einem Computerraum durch die vorgegebene starre Sitzordnung nicht möglich ist.

Tablets ermöglichen einen mobilen Einsatz. Es müssen z.B. nicht mehr 33 Schüler in einer fünfminütigen Pause den Raum wechseln , sondern es kann in jedem Klassen – bzw. Kursraum und sogar außerhalb des Schulgebäudes gearbeitet werden.

Tablets ermöglichen ein Arbeiten ohne störende Verkabelung und ohne Abhängigkeit von einer Stromversorgung. Die Batterielaufzeit eines iPads, die bis zu 10 Stunden beträgt, ist für einen Schultag völlig ausreichend.

Aufgrund der kleinen Größe und des geringen Gewichts können Tablets problemlos an den Arbeitsort transportiert werden. Damit wird das Gerät stärker zum Medium und kann dort eingesetzt werden, wo ein Arbeiten damit sinnvoll ist.

Tablets sind direkt einsatzbereit und müssen nicht hoch- und heruntergefahren werden. So lohnt sich auch ein Einsatz in kurzen Unterrichtsphasen.

Bei iPads ist kein unerlaubtes Herunterladen von Daten möglich. Mit Hilfe des Configurators oder durch Aktivieren von Einschränkungen in den Einstellungen des iPads sind auch Veränderungen der Konfiguration so gut wie unmöglich bzw. durch Zurücksetzen der Einstellungen schnell wieder rückgängig gemacht. Über iTunes, durch die Verwendung des Configurators und durch Aktivieren der iCloud lassen sich zudem Einstellungen und Dateien schnell zwischen allen Geräten synchronisieren. Der Verwaltungsaufwand ist damit relativ gering.

Organisatorische Vorteile gegenüber Notebooks

Notebooks ermöglichen wie Tablets Mobilität. Jedoch sind sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts schwieriger zu transportieren als Tablets.

Möchte man außerhalb des Klassen- bzw. Kursraums (z.B. Unterrichtsgang) arbeiten, erweist sich das Notebook aufgrund des ausgeklappten Bildschirms als wenig praktisch.

In Gruppenarbeitsphasen kann bei dem Einsatz von Notebooks nicht jedes Gruppenmitglied den Bildschirm einsehen. Das flache Retina Display des iPads ermöglicht, dass alle Schüler die Aktivitäten verfolgen können.

Für das iPad gibt es v.a. im Bildungsbereich vielzählige Apps bzw. Apps, die im Bildungsbereich von großem Nutzen sein können, die für Notebooks nicht zur Verfügung stehen und auch durch Alternativen nur bedingt ersetzt werden können. Z.B. ist der Einsatz von QR-Codes im Unterricht sehr hilfreich. Auf Arbeitsblättern kann man mit Hilfe des QR-Codes die gewünschte Internetseite angeben, die danach schnell aufgerufen werden kann. Auch lassen sich Rallyes mit QR-Codes sehr gut organisieren. Die in das iPad integrierte Digitalkamera und eine entsprechende App, die es auch als kostenlose Version gibt, ermöglichen ein schnelles Erkennen des Codes und eine direkte Weiterleitung zu der gewünschten Webseite. Es gibt mittlerweile zwar entsprechende Software für Notebooks, die jedoch sehr umständlich zu bedienen ist (Code mit Hilfe eines Scanners einscannen oder mit einer Digitalkamera aufnehmen und auf das Notebook übertragen, in Bild umwandeln und dann von der entsprechenden Software erst entschlüsseln lassen).

Die Verwaltung der iPads ist gegenüber der der Notebooks relativ einfach. Während jedes Notebook einzeln verwaltet werden muss, kann man für die Verwaltung der iPads z.B. an einem MAC die entsprechenden Einstellungen, Änderungen bzw. Installationen vornehmen und sie dann mit Hilfe des Configurators schnell auf die iPads übertragen. Durch Racks oder entsprechende iPad-Koffer können die iPads schnell in die vorgesehenen Fächer geschoben und gleichzeitig aufgeladen werden, wobei nur eine Steckdose vorhanden sein muss. Bei Notebooks muss man den Akku für einen mobilen Einsatz aufladen, indem jedes Gerät einzeln an eine Stromversorgung angeschlossen wird.

Ein weiterer Nachteil der Notebooks ist, dass wenn weitere Geräte hinzugekauft werden, in der Regel eine neue Office-Version zur Verfügung steht. Das führt dazu, dass keine einheitlichen Erläuterungen der Handhabung bestimmter Programmabläufe möglich sind. Bei den iPads spielt das Modell keine Rolle, die Apps befinden sich in identischer Version auf den Geräten. Auch sind die Anwendungen trotz Bildungsrabatt für iPads durch Volumenlizenzen kostengünstiger als die Softwarelizenzen für Notebooks.

Organisatorische Vorteile gegenüber Smartphones

Der Einsatz von Smartphones kann nur über das System BYOD erfolgen. Das führt jedoch oft zu dem Wettbewerb, wer das neueste und angesagteste Modell besitzt, was nicht Ziel der Unterrichtstätigkeit ist.

Außerdem erschwert die Verwendung schülereigener Geräte die Arbeit mit bestimmten Apps oder Webtools. Bei Apps besteht das Problem, dass die entsprechende App nicht auf dem schülereigenen Smartphone installiert ist. Des Weiteren kann man auch bei kostenpflichtigen Apps nicht von den Schülern erwarten, die App zu kaufen. Bei Webtools ist in den meisten Fällen eine Registrierung erforderlich. Bei der Verwendung der schuleigenen iPads kann das Gerät registriert werden, so dass die Schüler sich nicht gegen ihren Willen mit ihren eigenen Benutzerdaten einloggen müssen.

Für eine Arbeit über einen längeren Zeitraum (z.B. Erstellen von Präsentationen, Textproduktionen) ist das Display des Smartphones zu klein und die Tastatur zu unkomfortabel. Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass die Schüler mit der Tastatur des iPads sehr schnell und sehr gut zurechtkommen.

Organisatorische Vorteile gegenüber analogem Arbeiten

Ergebnisse können schnell durch Eingeben in Textverarbeitungs- oder Präsentationsprogramme bzw. Webtools gesichert werden. Diese können dann allen Schülern z.B. über das Schulnetz, Clouddienste oder auch per Mail zur Verfügung gestellt werden.

Webtools oder Clouddienste ermöglichen den Zugriff der Schüler auf alle Arbeitsergebnisse. Damit können auch Lerngruppen von z.B. 30 Schülern gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Des Weiteren können eigene Ergebnisse mit denen anderer Schüler verglichen werden. Daher kann dies auch zur Peer-Evaluation oder Peer-Correction verwendet werden.

Förderung von Lernprozessen

Individualisiertes Lernen

Mit Tablets können Schüler ihren individuellen Lernprozess planen, steuern und evaluieren, was die Lernerautonomie fördert und differenziertes Arbeiten ermöglicht. Beispiele dafür sind:

  • Internetrecherche / Webquests
  • Online-Übungen / Learning Apps
  • Moodle-Kurse
  • Nutzung von Wörterbüchern und Nachschlagewerken als App oder Webangebot

Kollaboratives und kooperatives Lernen

Der Einsatz von Tablets kann so gestaltet werden, dass soziale Kompetenzen und problemlösendes Denken durch kooperative Aufgaben gefördert werden. Es gibt viele Angebote im Internet und auch Apps für das iPad, die ermöglichen, dass Schüler gemeinsam an einem Produkt arbeiten. Im folgenden sollen einige Beispiele genannt werden.

  • Webtools wie Etherpad, Groupzap, Glogster
  • Apps wie Popplet, Comic Life, Wave Pad
  • Plattformen wie ZUM Wiki
  • Clouddienste wie iCloud, Google Drive, Dropbox
  • Kamerafunktion