P@ducation – nutze die Möglichkeiten

In der Nutzung von Tablets zur Gestaltung von Lernprozessen liegt ein hohes didaktisches Potenzial.
Im Folgenden wird in Anlehnung an die von Prof. Dr. Andreas Helmke erstellten Merkmale von Unterrichtsqualität ein kurzer Überblick gegeben, welchen Mehrwert die Integration mobiler Endgeräte in den Lern- und Arbeitsprozess bringen kann.
Zeitnutzung
Die Verwendung mobiler Endgeräte ermöglicht zeitökonomische Verfahren in Arbeitsabläufen. Arbeitsergebnisse können direkt dokumentiert, archiviert und allen verfügbar gemacht werden. Durch Verwendung von QR-Codes hat man einen direkten Zugriff auf das gewünschte Dokument, das ggf. in dem Lesezeichen-Ordner des Internetbrowsers gespeichert oder zu dem Home-Bildschirm hinzugefügt wird. Zur Vergabe von Referatsthemen, Verteilung von Aufgaben oder ähnlichen organisatorischen Abläufen können z. B. Spreadsheets in Google Drive genutzt werden. Die Schüler tragen sich selbstständig zeitgleich in die Tabelle ein. Damit sind die Entscheidungen direkt festgehalten und jederzeit einsehbar. Bei digitalen Lerntheken z. B. spart man Vorbereitungszeit, da bereits im Internet existierende Aktivitäten in die Lernumgebung integriert werden können. Darüber hinaus spart man Kopierzeit und Unterrichtszeit, da kein Auf- und Abbau nötig ist durch den direkten Zugriff auf die digitalen Materialien. Diese Zeit steht dann für die Planung und Durchführung weiterer Aktivitäten zur Verfügung.
Konsolidierung, Sicherung
Der Informationsaufnahme müssen Übungs- bzw. Anwendungsphasen folgen. In der Regel bieten Websites und Apps ein großes Angebot an Aktivitäten. Lernende können je nach Übungsschwerpunkt, Schwierigkeitsgrad und Eingangskanal Aufgaben wählen, die nachhaltiges Lernen fördern.
Aktivierung und Förderung selbstgesteuerten Lernens
Durch die Konzeption dezentraler Aktivitäten und die Wahl arbeitsteiliger oder produktorientierter Verfahren wie das Erstellen von Präsentationen, digitalen Plakaten, Webzines, E-Books, Podcasts oder Handyclips werden alle Schülerinnen und Schüler in die Unterrichtsarbeit integriert und können sich weniger als im Plenumsunterricht phasenweise entziehen.
Dadurch, dass Hilfsmittel online oder in Form von Apps auf dem mobilen Endgerät zur Verfügung stehen, können die Lernenden Themen und Materialien selbstständig bearbeiten. Durch Verwendung kooperativer bzw. kollaborativer Tools wird neben dem sozialen Lernen durch die hohe Schüleraktivierung ebenfalls die Lernerautonomie gefördert.
Motivierung
Die Vermeidung des Medienbruchs zwischen schulischer und häuslicher Lernumgebung durch die Verwendung mobiler Endgeräte im Unterricht motiviert. Ebenso motivierend wirkt der Einsatz individualisierender, kooperativer bzw. kollaborativer Arbeitsformen. Es ist allerdings wichtig, geeignete Lernszenarien zu konzipieren und die Aktivitäten zu variieren, um die Motivation aufrechtzuerhalten.
Lernförderliches Klima
Dadurch dass Lernende mit ihnen vertrauten Geräten selbstständig tlw. auch in einer Gruppe Inhalte er- bzw. bearbeiten können und die Rückmeldung individuell und nicht im Plenum erfolgt, entsteht eine entspannte Lernatmosphäre und es werden auch zurückhaltendere Schülerinnen und Schüler ermutigt, sich zu beteiligen.
Schülerorientierung
Es können durch Zugriff auf das Internet oder Apps Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad oder Aufgaben, die unterschiedliche Eingangskanäle bevorzugen zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot an unterschiedlichen Lernmaterialien und Arbeitshilfen ermöglicht es, dass der Lernende je nach Bedarf sich entsprechende Informationen suchen kann. Durch den Zugriff auf vielfältige Informationsquellen können Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Themen je nach ihren Interessensschwerpunkten arbeiten. Aufgrund der Medienkonvergenz können Lernende wählen, in welcher Form sie Ergebnisse dokumentieren und präsentieren. Da der Zugriff auf Materialien in der Regel zeitlich nicht begrenzt ist, können Lernende im eigenen individuellen Lerntempo Aufgaben bearbeiten.

Mobiles Fremdsprachenlernen bietet somit viele Lernchancen, die es durch die Entwicklung geeigneter didaktisch-methodischer Konzepte zu nutzen gilt.

Literatur
Helmke, Andreas: Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität – Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts, Klett, Stuttgart / Kallmeyer, Seelze 2012.