FAQ

In dem Webinar „Tablets im Unterricht – von der Idee bis zum Einsatz“ sind aufgrund meiner begrenzten Zeit und auch aufgrund terminlicher Zwänge, die es manchen Teilnehmern erst ermöglichten, sich zu einem späteren Zeitpunkt dazuzuschalten, noch einige im Chat gestellte Fragen offen geblieben bzw. konnten manche Aspekte nur im Ansatz thematisiert werden. Daher möchte ich an dieser Stelle diese Punkte nochmals aufgreifen.

Wahl des Modells

Zum Zeitpunkt der Anschaffung besaßen bereits sehr viele Kollegen ein Tablet, wobei es sich mit einer Ausnahme ausschließlich um iPads handelte. Daher empfanden wir es als sinnvoll, das Modell anzuschaffen, mit dem Kollegen bereits vertraut waren. Des Weiteren gab es zu dem damaligen Zeitpunkt z.B. noch keine wirklichen Alternativen zu dem Configurator, der uns die Konfiguration und Betreuung der Geräte sehr erleichtert und dem Apple TV, das uns auch in Präsentationsphasen Mobilität ermöglicht. Mittlerweile gibt es auch vergleichbare Angebote für andere Systeme. Da wir jedoch mit den iPads zufrieden sind, gibt es keinen Grund für einen Wechsel, was jedoch nicht bedeutet, dass im Falle einer anderen Entwicklung nicht auch bei Neuanschaffungen auf alternative Modelle umgestiegen werden kann. Jede Schule muss selbst entscheiden, wo die Schwerpunkte in der Arbeit mit Tablets liegen und welches dafür das geeignete Modell ist. Ziel des Webinars war es, ein mögliches Konzept vorzustellen, das jedoch, und das habe ich auch für andere Bereiche wie z.B. schuleigene Geräte vs. BYOD betont, passgenau für unsere Schule war und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben kann und will.

Verfügbarkeit der Tablets

In unserer Schule, an der zurzeit 51 Lehrpersonen ca. 630 Schülerinnen und Schüler unterrichten, stehen 20 Tablets zur Verfügung, die im Unterricht eingesetzt werden können. Da die Aktivitäten in der Regel für Partner- oder Gruppenarbeit konzipiert sind, können in den meisten Fällen mindestens zwei Klassen / Kurse parallel mit den Tablets arbeiten, was bisher zu keinen Engpässen geführt hat.

Ausstattung und Anschaffungskosten

Für den Beginn unserer Arbeit wurden 20 iPads, ein MacBook zur Verwaltung der Tablets, eine AirPort Extreme Basisstation für den WLAN-Zugang, ein VGA-Adapter für den direkten Anschluss eines iPads an einen Beamer, zwei Transportboxen und 2 Laderacks angeschafft. Damit konnte bereits sinnvoll gearbeitet werden. Die Kosten sind bei Händlern verhandelbar.

Im Laufe der Zeit kamen dann noch hinzu:

ein AppleTV einschließlich VGA-Adapter für die Verbindung mit einem Beamer, der noch über einen  VGA-Anschluss verfügt

3 weitere AirPort Extreme Basisstationen, die fest installiert wurden, um jederzeit im Schulgebäude Zugang zum WLAN zu haben (die Anzahl der benötigten Basisstationen hängt vom Gebäude ab, unser Schulgebäude hat 4 Stockwerke und dicke Mauern)

Insgesamt liegen die Anschaffungskosten weit unter denen für die Einrichtung eines weiteren Computerraums.

Supportkosten

Da die Geräte einfach in der Verwaltung und auch nicht reparaturanfällig sind, ist keine Wartung durch externe Anbieter nötig ist. Es fallen somit keine Supportkosten an.

Akzeptanz im Kollegium

Der Einsatz der iPads ist eine von vielen Optionen. Es stehen des Weiteren u.a. Medien wie PCs, Notebooks, ein interaktives Whiteboard, Overheadprojektoren, Visualizer, DVD-Player, mp3-Player und CD-Player zur Verfügung. Jeder Kollege hat damit die Wahl, das für seine Unterrichtszwecke geeignete Medium einzusetzen, wobei in der Regel nicht ausschließlich mit einem Medium im Laufe einer Unterrichtsreihe gearbeitet wird. Da  kein Zwang besteht, Tablets im Unterricht einzusetzen, gab es keinen Widerstand gegen eine Anschaffung.

Implementierung der Arbeit mit Tablets im Kollegium

Um es jedem Kollegen zu ermöglichen, bei Interesse die Geräte zu nutzen, habe ich vor dem Einsatz der Tablets eine interne Fortbildung angeboten (Präsentation). Informationstreffen sollten jedoch kontinuierlich auf freiwilliger Basis fortgesetzt werden. Eine gute Möglichkeit der Information fand ich auch die Einrichtung dieses Blogs. Hier kann die Arbeit schnell dokumentiert und allen zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren stehe ich den Kollegen jederzeit für individuelle Fragen und Anregungen zur Verfügung. Es ist wichtig, dass im Kollegium mindestens ein Ansprechpartner vorhanden ist. Vor dem Einsatz der Tablets hatte jeder Kollege zudem die Möglichkeit, Wünsche für Apps zu äußern, so dass zum Start der Arbeit mit den Geräten jeder über eine für ihn sinnvolle Arbeitsumgebung verfügte. Es können auch weiterhin jederzeit Wünsche zu Apps und Einstellungen geäußert werden.

Kauf von Apps

Für den Kauf bzw. die Installation der Apps wurde ein Schulaccount eingerichtet und eine Kreditkarte beantragt. Dies organisiert eine Kollegin, die Mitglied der Schulleitung ist und daher Zugang zu allen Passwörtern und einen Überblick über das zur Verfügung stehende Budget hat. Für den Kauf von Apps über den AppStore sollte man das Volumenlizenz-Programm nutzen, da es die Rechte für die Verwendung der Apps auch im schulischen Bereich erteilt und es einen Preisvorteil für den Kauf einer App für mehrere Geräte gibt.

Registrierung für Apps und Webanwendungen

Da wir uns für das Modell der schuleigenen Tablets entschieden haben, registrieren wir die Geräte und kein Schüler ist verpflichtet, seine Daten einzugeben. Dafür wurde für jedes iPad ein eigener E-Mail-Account eingerichtet. Die Geräte speichern die Zugangsdaten und die Anwendungen können direkt ohne nochmalige Eingabe der Daten genutzt werden.

Speicherort

Die Ergebnisse werden zunächst in den entsprechenden Apps bzw. Webanwendungen gespeichert. Die Schülerinnen und Schüler können sich ihre Ergebnisse auch als Nachricht oder per Mail zuschicken. Ich stelle die Ergebnisse danach in das Schulnetz, so dass alles an einem zentralen Ort zur Verfügung steht. Haben die Schülerinnen und Schüler keinen Arbeitsbereich im Schulnetz, kann man auch auf kostenlose Plattformen wie Moodle oder Lo-Net zurückgreifen, die ebenfalls mit mobilen Endgeräten aufrufbar sind.

Tastatur

Die Schülerinnen und Schüler verwenden die vorgesehene Tastatur und kommen damit sehr gut auch bei längeren Textproduktionen zurecht. Eine externe Tastatur ist daher nicht nötig. Tastaturen anderer Länder können über das Einstellungsmenü hinzugefügt werden, so dass die Autokorrektur für die jeweils gewählte Sprache und die entsprechenden Sonderzeichen zur Verfügung stehen.

Laden der Geräte

Ein Kollege und ich überprüfen am Ende des Tages die verbleibende Akkulaufzeit und schieben bei Bedarf die Geräte in die Laderacks. Das dauert max. 5 Minuten. Außerhalb der Ladezeiten befinden sich die Tablets immer in den Transportboxen.

Klassen- bzw. Kursarbeiten mit Tablets

Dieses Thema interessiert mich schon seit längerer Zeit und ich arbeite an Umsetzungsmöglichkeiten. Diese Arbeitsweise ermöglicht, neben Fachkompetenzen auch Medien- und Methodenkompetenz in der Leistungsmessung zu evaluieren. Schülerinnen und Schüler könnten zeigen, dass sie gezielt recherchieren und die gefundenen Ergebnisse sinnvoll in die Bearbeitung der Aufgabe integrieren können. Dabei ginge es auch darum, die fehlende Eigenleistung bei reinem Copy & Paste zu thematisieren.

Die Aufgabenstellung müsste so konzipiert sein, dass die Schülerinnen und Schüler Informationen recherchieren dürfen und Hilfsmittel wie Wörterbücher und Formelsammlungen zugelassen sind, was im zweiten Fall bei analogem Arbeiten bereits erlaubt ist. Das bedeutet, dass das Thema so gestellt sein muss, dass die Schülerinnen und Schüler Informationen, die man z.B. im Internet dazu findet, reorganisieren und bewerten müssen. Dies verhindert auch die reine Übernahme von bestehenden Quellen.

Für eine Umsetzung des Konzepts müssen noch Fragen wie die Eingabezeit bei Tablets vs. Zeitaufwand bei handschriftlicher Anfertigung geprüft werden. Ich habe jedoch bereits Wikis oder Präsentationen benotet und als weitere Lernleistung gewertet.

Tablets und Webanwendungen

Webanwendungen können auch an einem PC genutzt werden. Der Vorteil der Tablets liegt jedoch darin, dass der Einsatz auch für kurze Arbeitsphasen geeignet ist. Ich nutze z.B. gerne Spiele-Apps von LearningApps als Unterrichtseinstieg in einer Phase, die tlw. nur 3 bis 5 Minuten beansprucht. Dafür lohnt es sich nicht, den Computerraum zu reservieren, mit einer Lerngruppe von z.B. 30 Schülerinnen und Schülern in einer kurzen Pause den Saal zu wechseln und das Hoch- und Runterfahren eines Rechners abzuwarten. Da die Tablets leicht zu transportieren sind und mit Drücken des Home-Buttons direkt alle Funktionen zur Verfügung stehen, gibt es keine störenden Unterbrechungen im Unterrichtsverlauf.

Spracheinstellungen

Suchergebnisse lassen sich auch mit einem Tablet nach Sprachen filtern, da Browserapps wie Safari in den Funktionen identisch sind mit den Browsern an einem PC. Viele Apps sind in mehreren Sprachen erstellt, so dass man auch hier die gewünschte Sprache einstellen kann. Die Oberflächensprache sowie die Tastatur des iPads lassen sich wie unter dem Punkt Tastatur beschrieben auch länderspezifisch einstellen.

Unterrichtsbeispiele

Arbeitsteilige Gruppenarbeit mit GroupZap

Dialektische Erörterungen mit Etherpad

Edutainment

Fußball – spielerische Partnerbfrage mit Wettbewerbscharakter

Individualisiertes Lernen mit Tablets

Kooperatives Arbeiten mit Google Drive

Mit dem Tablet ins Internet

Online-Umfragen erstellen (mittlerweile kann man dafür auch die Formulare in Google Drive nutzen)

Pferderennen – spielerische Abfrage mit Wettbewerbscharakter

Projektbasiertes Lernen mit Tablets

Sicherung von Gruppenarbeitsergebnissen mit Tablets

Spreadsheets für eine zeitökonomische Themenvergabe

Twitter im Fremdsprachenunterricht

Wortwolken im Fremdsprachenunterricht (für iPads gibt es z.B. die App CloudArt)

 

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2 Gedanken zu “FAQ

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