Basics für den Unterricht

Bildung & Begabung hat gemeinsam mit der Agentur Jöran und Konsorten das digitale Lernangebot @Ucation – Online-Kurse für Talentförderer konzipiert und produziert. Inhaltlich war ich mitverantwortlich für das Modul Smartphone-Basics für den Unterricht. Hier sollen Möglichkeiten vorgestellt werden, wie man – statt Smartphone-Verbote im Unterricht – mobile Endgeräte sinnvoll integriert, um Lehr-Lern-Prozesse vor allem in Bezug auf Individualisierung des Lernens zu unterstützen.

 

Das Modul thematisiert folgende Aspekte:

Smartphones im Unterricht – Jetzt auch noch Daddeln in der Schule?

Machen Smartphones Lehrer überflüssig?

Wie können Smartphones individuelles Lernen unterstützen?

Wie können Smartphones gemeinsames Lernen unterstützen?

Wo finde ich Anregungen für meinen Smartphone-Unterricht?

 

Zu jedem Bereich gibt es ein Lernvideo, eine Prezi mit begleitenden und zusätzlichen Infos sowie Vorschläge für praktische Übungen. In einem Begleitheft stehen das Skript zu den Lernvideos, Links zu weiterführenden Materialien und die Übungsangebote zusammenfassend zur Verfügung.

 

Und hier geht es zu dem Online-Angebot

sb

https://mooin.oncampus.de/mod/page/view.php?id=4029

 

Bloggen im Fremdsprachenunterricht

Das Verfassen von Blogartikeln ermöglicht, an der Gestaltung des Internets teilzuhaben und fördert damit die Partizipationskompetenz. Durch den Öffentlichkeitscharakter ist die Motivation zudem höher, einen Beitrag zu verfassen, da er nicht wie so oft im Unterricht nur von der Lehrperson und evtl. noch Mitlernenden gelesen wird. Des Weiteren können dadurch der Unterricht geöffnet und authentische Kommunikationssituationen geschaffen werden.

Im Fremdsprachenunterricht können darüber hinaus sprachliche und interkulturelle Kompetenzen durch Bloggen geschult werden.

Lesekompetenz

Die Lernenden müssen in der Regel für ihren Blogbeitrag Informationen recherchieren, wodurch die Lesekompetenz gefördert wird.

Auch sollten die Blogbeiträge nicht nur veröffentlicht, sondern auch von den Mitschülerinnen und Mitschülern gelesen werden. Dazu kann man begleitende Aktivitäten vorbereiten oder nach bestimmten Kriterien die Beiträge auswerten lassen. Auch dies fördert die Lesekompetenz.

Schreibkompetenz

Das Verfassen des Blogartikels fördert die Schreibkompetenz. Auf Planungsebene müssen Gedanken entworfen und strukturiert werden. Auf der Formulierungsebene muss Sprachwissen aktiviert werden, um die Gedanken zu verschriftlichen. In einer Überarbeitungsphase wird sowohl inhaltlich wie auch sprachlich nochmals überprüft, ob der Text den eigenen Zielsetzungen entspricht und es werden ggf. Veränderungen vorgenommen. Die Schreibmotivation wird dadurch erhöht, dass es sich um reale Adressaten handelt und nicht um eine Simulation einer Kommunikationssituation im Unterricht.

interkulturelle Kompetenz

Blogbeiträge sind persönliche Berichte. Durch den Perspektivenwechsel tauchen die Lernenden in die Zielsprachenkultur ein. Die eigene Sichtweise beeinflusst die Auswahl relevanter Aspekte. Landeskundliche Aspekte können dadurch interkulturell aufgearbeitet werden.

Blog der Spanischschülerinnen und -schüler des OHG

Die Schülerinnen und Schüler bloggen zu unterrichtlichen Themen. Dafür können die schuleigenen iPads genutzt werden. Als Software wird WordPress verwendet. Dieses Werkzeug ermöglicht, kostenlos Blogs zu erstellen und zu publizieren und ist zudem sehr benutzerfreundlich. Gebloggt wird per Mail. WordPress generiert eine Mailadresse, die zum Bloggen verwendet werden kann. Die Überschrift des Blogartikels kommt in die Betreffzeile. Der Fließtext in das Textfeld des Mailprogramms. Die Mailadresse kann jederzeit vom Administrator geändert werden.

blog

P@ducation – nutze die Möglichkeiten

In der Nutzung von Tablets zur Gestaltung von Lernprozessen liegt ein hohes didaktisches Potenzial.
Im Folgenden wird in Anlehnung an die von Prof. Dr. Andreas Helmke erstellten Merkmale von Unterrichtsqualität ein kurzer Überblick gegeben, welchen Mehrwert die Integration mobiler Endgeräte in den Lern- und Arbeitsprozess bringen kann.
Zeitnutzung
Die Verwendung mobiler Endgeräte ermöglicht zeitökonomische Verfahren in Arbeitsabläufen. Arbeitsergebnisse können direkt dokumentiert, archiviert und allen verfügbar gemacht werden. Durch Verwendung von QR-Codes hat man einen direkten Zugriff auf das gewünschte Dokument, das ggf. in dem Lesezeichen-Ordner des Internetbrowsers gespeichert oder zu dem Home-Bildschirm hinzugefügt wird. Zur Vergabe von Referatsthemen, Verteilung von Aufgaben oder ähnlichen organisatorischen Abläufen können z. B. Spreadsheets in Google Drive genutzt werden. Die Schüler tragen sich selbstständig zeitgleich in die Tabelle ein. Damit sind die Entscheidungen direkt festgehalten und jederzeit einsehbar. Bei digitalen Lerntheken z. B. spart man Vorbereitungszeit, da bereits im Internet existierende Aktivitäten in die Lernumgebung integriert werden können. Darüber hinaus spart man Kopierzeit und Unterrichtszeit, da kein Auf- und Abbau nötig ist durch den direkten Zugriff auf die digitalen Materialien. Diese Zeit steht dann für die Planung und Durchführung weiterer Aktivitäten zur Verfügung.
Konsolidierung, Sicherung
Der Informationsaufnahme müssen Übungs- bzw. Anwendungsphasen folgen. In der Regel bieten Websites und Apps ein großes Angebot an Aktivitäten. Lernende können je nach Übungsschwerpunkt, Schwierigkeitsgrad und Eingangskanal Aufgaben wählen, die nachhaltiges Lernen fördern.
Aktivierung und Förderung selbstgesteuerten Lernens
Durch die Konzeption dezentraler Aktivitäten und die Wahl arbeitsteiliger oder produktorientierter Verfahren wie das Erstellen von Präsentationen, digitalen Plakaten, Webzines, E-Books, Podcasts oder Handyclips werden alle Schülerinnen und Schüler in die Unterrichtsarbeit integriert und können sich weniger als im Plenumsunterricht phasenweise entziehen.
Dadurch, dass Hilfsmittel online oder in Form von Apps auf dem mobilen Endgerät zur Verfügung stehen, können die Lernenden Themen und Materialien selbstständig bearbeiten. Durch Verwendung kooperativer bzw. kollaborativer Tools wird neben dem sozialen Lernen durch die hohe Schüleraktivierung ebenfalls die Lernerautonomie gefördert.
Motivierung
Die Vermeidung des Medienbruchs zwischen schulischer und häuslicher Lernumgebung durch die Verwendung mobiler Endgeräte im Unterricht motiviert. Ebenso motivierend wirkt der Einsatz individualisierender, kooperativer bzw. kollaborativer Arbeitsformen. Es ist allerdings wichtig, geeignete Lernszenarien zu konzipieren und die Aktivitäten zu variieren, um die Motivation aufrechtzuerhalten.
Lernförderliches Klima
Dadurch dass Lernende mit ihnen vertrauten Geräten selbstständig tlw. auch in einer Gruppe Inhalte er- bzw. bearbeiten können und die Rückmeldung individuell und nicht im Plenum erfolgt, entsteht eine entspannte Lernatmosphäre und es werden auch zurückhaltendere Schülerinnen und Schüler ermutigt, sich zu beteiligen.
Schülerorientierung
Es können durch Zugriff auf das Internet oder Apps Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad oder Aufgaben, die unterschiedliche Eingangskanäle bevorzugen zur Verfügung gestellt werden. Das Angebot an unterschiedlichen Lernmaterialien und Arbeitshilfen ermöglicht es, dass der Lernende je nach Bedarf sich entsprechende Informationen suchen kann. Durch den Zugriff auf vielfältige Informationsquellen können Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Themen je nach ihren Interessensschwerpunkten arbeiten. Aufgrund der Medienkonvergenz können Lernende wählen, in welcher Form sie Ergebnisse dokumentieren und präsentieren. Da der Zugriff auf Materialien in der Regel zeitlich nicht begrenzt ist, können Lernende im eigenen individuellen Lerntempo Aufgaben bearbeiten.

Mobiles Fremdsprachenlernen bietet somit viele Lernchancen, die es durch die Entwicklung geeigneter didaktisch-methodischer Konzepte zu nutzen gilt.

Literatur
Helmke, Andreas: Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität – Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts, Klett, Stuttgart / Kallmeyer, Seelze 2012.

Lernen mit Apps – immer app to date

Durch die Medienkonvergenz in Tablets von Ton, Text und Bild eröffnen sich neue bzw. erweitert bestehende didaktisch-methodische Konzepte. In dem am 20.11.2014 stattgefundenen Webinar wurden Möglichkeiten aufgezeigt, diese Funktionen durch die Verwendung von entsprechenden Apps für den Unterricht zu nutzen.

Begleitfolien zum Webinar

im PDF

Lernen mit Apps

oder als Slides